Beste Sätze (IX)

„Literatur wird nicht gelesen. Literatur. Das gab es. Aber nur in Personenform und nicht als Texte.“

In „Nachkommen“ scCover_Nachkommen._Streeruwitzhickt Marlene Streeruwitz ihre 20-jährige Protagonistin in den Literaturbetrieb und mitten auf die Frankfurter Buchmesse, wo sie für den Deutschen Buchpreis nominiert ist. Dort trifft die Debütantin Nelia Fehn auf die Drahtzieher der Branche: alte Männer, die ihre einbetonierten Hierarchien in jedem Satz und jeder Geste verteidigen. Frauen werden auf die angestammten Plätze als Schaustück oder Arbeitsbiene verwiesen. Um Literatur geht es nicht – hier werden Machtkämpfe geführt.

Mit der jungen Protagonistin wirft Streeruwitz einen frischen und schonungslosen Blick auf den Literaturmarkt. Lustig, dass „Nachkommen“ nun tatsächlich auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis steht. Ich drücke Marlene Streeruwitz die Daumen, dass sie dem Spektakel der Preisverleihung nicht beiwohnen muss, und bin gespannt auf den Roman im Roman: Im Herbst erscheint – pünktlich zur Buchmesse – „Die Reise einer jungen Anarchistin in Griechenland“, von Streeruwitz als Nelia Fehn verfasst.

 

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