Erste Bücher

Das letzte Päckchen habe ich nach Weihnachten aufgemacht, nicht unter dem Baum, sondern im elterlichen Dachboden. „Erste Bücher“ stand auf der sorgfältig zugeklebten Schachtel (und „Pferdebücher“, aber dafür ist meine Schwester verantwortlich). Ich löste das Klebeband und klappte den Karton auf, ein Kribbeln stieg hoch und mischte sich mit ein bisschen Staub – und dann lagen sie da, die Schätze meiner Kindheit, und flashten mich in Sekundenschnelle durch Jahrzehnte und Jahre zurück.

Ich hatte ein bestimmtes Buch gesucht, um etwas nachzulesen, und gar nicht bedacht, welche Magie mich in der Bücherkiste erwarten würde. Eins nach dem anderen schlug ich sie auf, Bilderbücher, Märchen- und Geschichtenbände, Kinderromane von fantastischen Freunden und hölzernen Pferdchen. Jedes Buch ein Aha, ein Klick, selbst bei fast im Vergessen versunkenen Büchern, die sich mit einem Blick aufs Cover, einem Aufschlagen wieder erschlossen und mich in die ganz spezielle Lesestimmung von damals zurückversetzten. Es war alles noch da.

Ich liebte Bücher, und ich mag sie auch heute, stöbere durch Bibliotheken, Buchläden, meine Bücherwände in der Wohnung und freue mich über Neu- und Wiederentdeckungen. Bücher ziehen mich an – doch einen Sog wie die ersten Bücher vermögen sie nicht zu entfalten. Kinderliteratur hat eine ganz eigene Kraft und was sie uns in den Kopf setzt, finden wir als Erwachsene wieder: in Vorstellungen, in Bruchstücken von Erinnerungen und manchmal und plötzlich geballt in einer Kiste.

***

Lesetipp zur aktuellen Kinderliteratur:

Covergrafik: Schriftzug

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s