Bitte um 4. Gang, Herr Murakami!

Die Sommerzeit bot Gelegenheit, endlich den vom Feuilleton hochgelobten und vom Verlag silber und gold verpackten Haruki-Murakami-Dreiteiler 1Q84 zu lesen. Murakami wäre reif für den Nobelpreis, hatten Rezensenten angeregt. Ich würde den doch weitgehend trivialen Unterhaltungsroman mit all seinen supramännlichen Erektionen und pädophilen Anspielungen vielmehr für den Bad Sex in Fiction Award vorschlagen. Zudem wimmelt es drei Bände lang von müßigsten Beschreibungen von Formen und Größen der Brüste des weiblichen Figurenarsenals. Die Story selbst wird spannend aufgebaut, um sich im magisch Vagen und in Wiederholungen zu verlieren. Murakamis Soapwelt entwickelt dennoch einen Sog, der das Fertiglesen möglich macht. Das Beste auf der Strecke sind immer noch die Rezepte der tiefstapelnd hobbykochenden Murakami-Helden. Und so wüsche ich mir trotz allem einen Band vier: Tengos „einfache Gerichte“.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s